Eine gespaltene Persönlichkeit für Lau

Während die israelischen Medien zwei Tage nach der Wahl immer noch nicht wussten wie die nächste Regierung aussehen wird, machte sich in Deutschland Jörg Lau auf, seinen Unmut über die Wahl der Israelis zu formulieren in dem er anzweifelte ob Israel wirklich in die Mitte gerückt ist. Zudem schien er als einziger ganz genau zu wissen wie die israelische Politik in den kommenden vier Jahren aussehen wird, nämlich nicht groß anders als in der Vergangenheit. Selbst der Hoffnungsträger der Mitte, Yair Lapid, fiel bei ihm in Ungnade. 

Wir erinnern uns, Yair Lapid ist der ehemalige TV-Journalist der erst vor einem Jahr eine Partei gründete die bei der letzten Knesset-Wahl die zweitstärkste Kraft hinter Netanyahus Likud-Beytenu wurde. In der israelischen Presse hat er sich immer noch nicht geäussert welches der drei wichtigsten Ressorts (Aussen-, Verteidigungs- oder Finanzminister) er bei einer Regierungsteilnahme übernehmen möchte. Jörg Lau wusste es aber genau.

Heute hat er auf seinem Blog bei ZEIT Online einen Kommentar zu der antisemitischen Karikatur in The Sunday Times veröffentlicht. Es ist insofern löblich, da er durchaus den Nagel auf den Kopf trifft, allein an Glaubwürdigkeit fehlt es. Antisemitisch sind immer die anderen. The Sunday Times, Bushido, die NSU oder die Muslimbrüder. Das „Augstein“ mit Worten das gleiche Bild von Israel und den Juden unter dem Deckmantel der „Israelkritik“ zeichnet wie der Karikaturist, ist Nebensache. Auch für Lau! Damit wir uns nicht missverstehen: Jörg Laus Texte sind nicht antisemitisch oder haben auch nicht annähernd die „Qualität“ einer „Augstein“-Kolumne, aber auch Lau neigt häufig dazu Zusammenhänge zu verkennen und Halbwahrheiten zu verbreiten. „Islamophobie“ stellt er schon mal gerne mit Antisemitismus gleich.

Aufgrund der reflexartigen und grösstenteils uninformierten einseitigen Parteinahme in der „Augstein“-Affäre, hat sich der Großteil der deutschen Journaille jegliches Recht und Glaubwürdigkeit verspielt den moralischen Zeigefinger auf andere zu richten, wenn es darum geht Antisemitismus anzuprangern.

Auf solche schizophrene „Freunde“, können der jüdische Staat und seine Bürger gut und gerne verzichten.

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