Wozu sich mit Fakten befassen, wenn man eine Meinung hat?

Anfang Janaur hat das britische Intelligence Squared zu einer Debatte über Israel eingeladen. Die provokante These: „Israel bedroht die eigene Existenz aufgrund seiner Siedlungspolitik“, oder im Original: „Israel is destorying itself with its settlement policy“. Befürwörter der These waren Daniel Levy und William Sieghart, der die Hamasführung schon mal als die „qualifizierteste der Welt“ (“probably the most highly qualified in the world“) bezeichnet. Ihnen gegenüber standen Dani Dayan sowie Caroline Glick, israelische Journalistin und Autorin.

Schon zu Beginn der Debatte zeichnete sich die israelfeindliche Stimmung im Saal ab. Obwohl die Zuschauer vom Moderator angehalten wurden sich unvoreingenommen auf diese Debatte einzulassen, wurde insbesondere Caroline Glick, bereits während ihres Erföffnungsstatems durch Zwischenrufe regelmässig unterbrochen wie in diesem Video zu sehen ist.

Als Levy, Dayan und Glick der Lüge bezichtigte und behauptete, Palästinenser werden für jüdische Siedlungen aus ihren Häusern vertrieben, verlangten die beiden, dass Levy ihnen einen einzigen Fall vorlegen soll, der seine Aussage belegt. Obwohl er das nicht konnte, war nahezu das komplette britische Publikum auf seiner Seite und griff stattdessen Dayan und Glick an. Hierzu schreibt Douglas Murray im The Spectator: 

„Levy’s frustration appears to come from being pulled up on an allegation he casually makes against Israel for which he turns out to have absolutely no evidence.

But the audience go with him, and go against Glick and Dayan (…)“ 

Glick ihrererseits beschreibt auf ihrem Blog die Stimmung im Saal und die Debatte so:


Während Dayan und Glick sowohl mit historischen als auch geopolitischen Fakten argumentierten, hörte man von der Gegenseite lediglich die bekannten Behauptungen und Verunglimpfungen (Israel ist keine Demokratie, für Israel gelten andere Gesetze, Israel will keinen Frieden usw.). Dem „unvoreingenommenen“ britischen Publikum vor Ort schien das nicht zu stören. Als es am Ende der Debatte befragt wurde, wem es eher zustimmt, gewannen Levy/Sieghart mit einem Verhältnis von 5:1.

Ganz nach dem Motto: „Why bother with facts, if you have an opinion?“

Siehe auch: Die Debatte in voller Länge

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