„Augstein“ und Konsorten nun auch empirische Antisemiten!

„Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert“ heisst das neue Buch der Kognitionswissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel (TU Berlin) und des Historikers Jehuda Reinharz (Brandeis University). Anhand zahlreicher Texte und Äusserungen, erforschten die Autoren den „real existierenden“ modernen Antisemitismus. In dem Buch stellen die Verfasser fest, dass in Deutschland nach wie vor das Klischee vom „rechten Antisemitismus“ herrscht. Dabei – so Schwarz-Friesel – kommen maximal 7% der antisemitischen Äusserungen aus der rechten Szene. Der überwältigende Teil kommt von gut gebildeten Akademikern aus der oberen Mittelschicht. Zum Thema „Israelkritik in Deutschland ist nicht möglich“ äussert sie sich wie folgt:

„Israelkritik ist weder ein Tabu bei uns, dass ist auch eins von diesen Klischees. Wir haben das Gegenteil. Wir haben durch Corpusstudien analysiert in den letzten Jahren wie oft beispielsweise in Konfliktberichterstattung Israel im Vordergrund stand, oder aber der sehr gravierende Konflikt der beiden Atommächten Pakistan und Indien oder Menschenrechtsverletzungen, Nordkorea, Saudi-Arabien, China und wir haben empirisch festgestellt, dass kein anderes Land der Erde so oft und so scharf kritisiert wird, auch in Deutschland, wie Israel. Und man muss einfach, [und] das zeigen wir in diesem Buch auch, ganz klar machen, dass das Kritiktabu, das angebliche, selbst ein antisemitisches Stereotyp ist, das bereits im 19. Jahrhundert kursierte. [Also] eine legitime Israelkritik wird niemals, auch von uns aus der Antisemitismusforschung, in die Nähe von Antisemitismus gerückt. 

Antiisraelismus lässt sich ganz klar durch unsere wissenschaftlichen Kriterien benennen. Sprachliche Äusserungen in denen zwar vorgeschoben wird das man nur Israel kritisiert und es sei also freie Presse und freie Meinung, aber tatsächlich wenn man sich diese Texte etwas genauer anschaut sieht man sehr schnell das diese Äusserungen eigentlich alle klassischen Merkmale von Verbal-Antisemitismus aufweisen. Das sie eben judeophobe Stereotypen kodieren. Sehen Sie, wenn sie z.B. in einem Kommentar lesen „Juden in Israel, sie folgen dem Gesetz der Rache“, noch deutlicher geht es eigentlich nicht. Das ist ein uralter Stereotyp!“

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