Wenn der SPIEGEL mit dem Hund wedelt

Man kann dem SPIEGEL vieles vorwerfen, dass es bezüglich des Nahost-Konflikts eine objektive, faktenbasierte Berichterstattung betreiben würde gehört mit Sicherheit nicht dazu.

Die Terrororganisation Hamas hat seit dem Eintreten der vereinbarten Waffenruhe im November 2012, diese wiederholt durch Raketenbeschüsse Südisraels gebrochen, u.a. während des Besuchs Obama’s. Gestern hat die Hamas wieder drei Raketen Richtung Israel abgefeuert. Zwei erreichten ihr Ziel nicht und landeten in Gaza, eine schlug in Israel ein.

Für den SPIEGEL sind chronologische Abläufe störend, wenn es darum geht ein bestimmtes Bild von Ursache und Wirkung zu erzeugen. Wenn die Ereignisse nicht dem Opfer(Araber)-Täter(Israel)-Prinzip der deutschen Medienlandschaft entsprechen, dann muss der Schwanz mit dem Hund wedeln. So gehen auf  SPON Titelzeile und Text getrennte Wege:

SPON vom 03.04.2013

Für den schnellen Leser ist die Sachlage eindeutig: Israel hat die „armen“ Palästinenser in Gaza beschossen. Wie aggressiv die IAF ist, wird zusätlich durch das Bild einer F-16 unterstrichen. Das verleiht der Schlagzeile noch eine gewisse Würze.

Den Vogel aber schießt die durch Zwangsgebühren finanzierte ARD auf tagesschau.de ab:

tagesschau.de vom 03.04.2013

Nicht nur ist die Schlagzeile irreführend und tendenziös, auch der Text ist mehr als fragwürdig. So widmet man 133 Worte (Ja, ich habe sie gezählt!) dem israelischen Angriff. Erst im letzten Satz und in genau 18 Worten, ist von einem „neuerlichen Raketenangriff“ durch die Palästinenser die Rede. Bemerkenswert hierbei ist, dass es dem tagesschau.de-Redakteur gelingt die „Hamas“ nicht ein einziges Mal in seinem Artikel zu erwähnen. Stattdessen sind es die „Salafisten“, die Israel beschossen haben.
Man muss sich schon sehr gut in der Materie auskennen um zu wissen, dass die Hamas salafistische Wurzeln hat. Der 08/15-Leser wird aber so mit dem Eindruck zurückgelassen, dass die Hamas mit dem selben Problem wie die Deutschen konfrontiert wird, nämlich koranverteilende Islamisten mit der Bezeichnung Salafisten.

Zur „israelfreundlichen“ Berichterstattung in den deutschen Medien, äusserte sich Jürgen Domian vor nicht allzu langer Zeit in seiner WDR-Sendung wie folgt:

„Ich habe sogar manchmal den Eindruck, dass tendenziell in unseren Medien zu israelfreundlich berichtet wird(…)“

Dieses Problem, lieber Domian, wäre zumindest vorerst gelöst.

Siehe auch: 7. Goldener Orwell für Spiegel Online

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