ARD-Brennpunkt: in drei Schritten zum Nahostexperten

Der gestrige ARD-Brennpunkt bewies wie einfach es ist mit Hilfe von verdrehten Tatsachen, dem Auslassen von historischen Fakten und etwas Erfindungsgeist, den Zuschauer in drei Schritten zum Nahostexperten zu machen.

O-Ton ARD-Brennpunkt:

Rückblick: im Juni-Krieg 1967 besetzt die israelische Armee den Gazastreifen. Schon damals ein riesengroßes palästinensisches Flüchtlingslager!

Schritt 1: Man erfinde einfach einen neuen Namen für einen Krieg, der in allen weltweit verfügbaren und seriösen Geschichtsbüchern ausschließlich als der ‚Sechstage-Krieg‘ bekannt ist. Damit hat man sich schonmal gegen die Zuschauer abgesichert, die in der Schule aufgepasst haben. Denn die sollen mit ihrem ‚Wissen‘ dem was als nächstes folgt, bloß nicht in die Quere kommen. Oder haben Sie schonmal etwas von einem ‚Juni-Krieg‘ gehört?

Schritt 2: Man verschweige, dass Israel von Ägypten und fünf weiteren benachbarten arabischen Staaten angegriffen werden sollte. Das Israel nach dem Krieg Gaza an Ägypten im Austausch für einen Friedensabkommen zurückgeben wollte, ist nur Nebensache. Das würde bei der Darstellung Israels als kriegslüternes Besatzerregime nur ablenken.

Schritt 3: Man lasse das kleine Detail, dass dieses ‚riesengroße palästinensische Flüchtlingslager‘ seit 1948 von Ägypten besetzt war und man die dortigen ‚Flüchtlinge‘ wie Dreck behandelte, unterm Tisch fallen. Das verwirrt den Zuschauer nur und könnte womöglich Fragen wie ‚Wenn Gaza 20 Jahre unter ägyptischer Herrschaft war, warum haben die Ägypter den arabischen Palästinensern nicht erlaubt einen eigenen Staat zu gründen?‘ legitimieren. Das gilt es zu verhindern.

In nur drei Schritten hat der ARD-Zuschauer alle Informationen die er benötigt um im Morgenmagazin als ‚Nahostexperte‘ aufzutreten.

Eine Meisterleistung!

Bild Credit: Screenshot ARD-Mediathek

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Ein Gedanke zu “ARD-Brennpunkt: in drei Schritten zum Nahostexperten

  1. Elegant, wie man in so einem kurzen Satz so viel Verdrehtheit unterbringen kann. Das sind offensichtlich Profis, eine versehentlich ungenaue Formulierung kann das kaum sein…

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