Alle wissen, dass Antizionismus überhaupt nichts mit Antisemitismus zu tun hat.

Von Eylon Aslan-Levy

Alle wissen, dass Antizionismus überhaupt nichts mit Antisemitismus zu tun hat.

Trotz dieses Pogroms in Paris, als hunderte Juden in eine Synagoge gefangen waren und ein Mob Steine und Ziegel auf das Gebäude warf und „Hitler hatte recht!“ schrie. Und trotz des Brandanschlags auf eine weitere Synagoge in Paris. Und trotz dieser Kundgebung in Paris, auf der Menschen „Tod den Juden!“ und „schlachtet die Juden!“ riefen. Und Trotz der Tatsache, dass es Menschen gibt, die bei einer Veranstaltung am Wochenende geplant haben „die Juden zu vernichten“.

Trotz dieser Kundgebung in London, bei dem ein Mob “Jude!” rief und anschließend eine jüdische Frau angriff. Und trotz dieser Hakenkreuzschmiererei auf einem Haus in Hendon. Und trotz der Tatsache, dass antisemitische Vorfälle in Großbritannien in diesem Monat doppelt so häufig vorkommen wie ‚erwartet‘.

Trotz dieses Vorfalls in Manchester, als „Heil Hitler“ Juden zugerufen wurde und sie mit Abfällen beworfen wurden. Und trotz der Tatsache, dass Hitler-Memes auf einer Anti-Israel Kundgebung ausserhalb der BBC gezeigt wurden.

Trotz dieses Facebookposts in Südafrika vom Socialmedia-Manager der ANC, der ein Bild von Hitler einstellte mit der Beschriftung: „Ich hätte alle Juden ermorden können, aber ich habe einige am Leben gelassen, damit ihr nachvollziehen könnt weshalb ich sie ermordete.“

Trotz dieser Demonstration in Boston, auf der ein Teilnehmer sagte die „Juden kommen in die Hölle“ wenn Palästina sich Jerusalem ‚zurückholt‘ und Juden als ‚Jesusmörder‘ bezeichnet wurden.

Trotz dieses Vorfalls in Island bei dem eine Wohnwagenvermietung, die ihre Niedrigpreisaktion als ‚Judensaison‘ bezeichnete, sich weigerte an Israelis zu vermieten.

Trotz dieser Tweets aus der Türkei von einem beliebten Popsänger, die Hitler loben und behaupten, dass „wenn Gott es will, dann werden es wieder die Muslime sein, die das Ende dieser Juden herbeiführen werden. Es ist nah, nah.“

Trotz dieser Kundgebung in Sydney, auf der Flaggen geschwenkt wurden, die ein von einem Davidstern überlagertes Hakenkreuz zeigten (in einem Meer aus ISIS-Flaggen). Und trotz des gewalttätigen Angriffs auf einem Juden in Melbourne, begangen von einem „jüdischer Hund!“ rufenden Mob.

Trotz dieser Kundgebung in Antwerpen, als Teilnehmer „Juden, erinnert Euch an Chaibar, Mohammed’s Armee kehrt zurück!“. Und trotz dieser pro-ISIS Veranstaltung in Den Haag, auf der Teilnehmer das selbe riefen. Und trotz der Tatsache, dass in einem Laden in Antwerpen einer jüdischen Frau die Bedienung „aus Protest“ verweigert wurde.

Trotz dieser Hakenkreuze an der University of Oregon, gemalt auf dem Briefkasten des Hauses einer jüdischen Studentenverbindung.

Trotz dieser Demonstration in Seattle, auf der Teilnehmer ein Zeichnung hochhielten die einen Juden, der ein Säugling isst und daneben ein Glass gefüllt mit Blut zu stehen hat, zeigt.

Trotz dieser Kundgebung in Frankfurt, durchgeführt von Neo-Nazis und Islamisten, auf der Plakate mit der Aufschrift „Ihr Juden seid Tiere“ zu sehen waren.

Trotz der Tatsache, dass ‚#HitlerWasRight‘ und ‚#IfHitlerWasAlive‘ sich auf Twitter verbreiten.

Alle wissen, dass Antizionismus überhaupt nichts mit Antisemitismus zu tun hat.

Das sind isolierte Einzelvorfälle. Es ist nur eine kleine Minderheit. Es ist nicht so, als wäre das auf den Strassen großer westlicher Hauptstädte jeder westlichen Stadt vorgekommen. Es ist nicht so, als würde das einen Höhepunkt erreichen wenn Israel sich im Krieg befindet  buchstäblich die ganze Zeit vorkommen. Es ist nicht so, als hätte das alles allein in der letzten Woche an einem einzigen Tag stattgefunden. Es ist nicht so, als würde ein Prozent aller französischen Juden dieses Jahr nach Israel auswandern, weil es bereit ist sich lieber dem Risiko des Raketenbeschusses auszusetzen, als weiter dem Mob auf der Strasse.

Verschont mich damit. Wir mögen heimtückische, bösartige, rachsüchtige, hinterhältige, kinderkillende, säuglingfressende und massenmordende Möchtegern-Hitler sein – aber wir sind nicht dumm.

Photo credit: Screenshot Youtube

Mit freundlichenr Genehmigung des Autors aus dem englischen übersetzt.

Dieser Artikel erschien zuerst am 17.07.2014 in ‚The Times of Israel‘.

Mehr von Eylon Aslan-Levy bei ‚The Times of Israel‘

Eylon Aslan-Levy auf Twitter folgen: @EylonALevy

 

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6 Gedanken zu “Alle wissen, dass Antizionismus überhaupt nichts mit Antisemitismus zu tun hat.

  1. Ich könnte jedes Mal kotzen, wenn ich lesen muss „Wir sind ja gar nicht gegen Juden, sondern die Zionisten!“ und am besten gleich danach die ganzen antijüdischen Klischees aufgeführt werden :/

  2. Bitte um Korrektur bei dem Vorfall in Melbourne, da ist kein Mord geschehen, der Angegriffene hat überlebt (anscheinend hat die verlinkte Seite vorher ein unglückliche Formulierung verwandt).

  3. Wäre es möglich das wort „lynchmord“ auszutauschen? es ist ein übersetzungsfehler. die person wurde zwar heftig attackiert und angegriffen, aber nicht ermordet!

  4. Pingback: Links am Sonntag (27. Juli 2014) | Josef A. Preiselbauer

  5. Pingback: Momentaufnahme: Antisemitismus in Deutschland II | israelkompetenzkollektion

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